Es gibt keinen schöneren Ort zum Lernen als den Wald. Davon bin ich überzeugt. Und jedes Mal, wenn ich mit meinen Schüler*innen draußen unterwegs bin, wird mir das wieder aufs Neue bewusst. Heute war wieder so ein besonderer Tag: Ich durfte mit meiner Klasse eine Umweltausbildung an einem kleinen Wildbach durchführen.
Viele Kinder kannten diesen Bach schon. Sie haben dort oft gespielt, geplanscht oder einfach nur Steine ins Wasser geworfen. Doch was heute anders war: Zum ersten Mal haben wir richtig hineingeschaut. Und was wir entdeckt haben, hat uns alle überrascht!
Im Wasser wimmelte es nur so vor Leben: kleine Käferlarven, Eintagsfliegen, Köcherfliegen – viele von ihnen sind sogenannte Güteanzeiger, also Zeigerorganismen, die Rückschlüsse auf die Wasserqualität zulassen. Besonders erfreulich: Zwei dieser Zeigerarten konnten wir in großer Anzahl nachweisen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass das Bachwasser relativ sauber ist. Was für eine tolle Erkenntnis, nicht nur für uns als kleine Forscher*innen, sondern auch für unsere Umwelt.
Solche Tage sind für mich das Herzstück meines Unterrichts. Wenn Kinder nicht nur theoretisch über die Natur lernen, sondern sie erleben, begreifen, bestaunen. Erst dann geschieht echtes Lernen. Der Wald, das Wasser, die Tiere und Pflanzen werden plötzlich zu einem echten Klassenzimmer, in dem jedes Blatt, jeder Stein, jede Bewegung im Wasser eine neue Geschichte erzählt.
Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Ausbildung im Grünen. Denn ich weiß: Da draußen wartet noch so viel, das entdeckt werden will.